Stille
Für den Stillen öffnet sich das Innerste des Hauses.
Die Stelle stammt aus einem uralten ägyptischen Text, der sog. „Lehre des Kagemi“ (3. Jts. v. Chr.). Im Zusammenhang lautet sie:
„Für den Stillen öffnet sich das Innerste des Hauses, und frei ist der Raum für den Zufriedenen, rede nicht unnötig […]“.
Angesichts der großen zeitlichen Distanz dürfte es schwierig sein, den Sinn dieses Ausspruchs so wieder herzustellen, wie er seinerzeit gedacht war. Gemeint könnte sein, dass wir uns einem „stillen Menschen“ eher öffnen; aber auch, dass ein Mensch in stiller Gesammeltheit in sich selbst schaut oder eine höhere Achtsamkeit und Sensibilität für alle äußeren Eindrücke an den Tag legt. Er sieht und erfährt mehr, er schaut in das „Innerste des Hauses“. Aus diesen und anderen Gründen war die Stille als schweigsame Seelenruhe, innere Sammlung, Konzentration und Achtsamkeit in der Antike in Ost und West eine wichtige Quelle weiser Lebensführung. Im alten Ägypten hatte das Schweigen einen hohen Wert und taucht in zahlreichen überlieferten Texten auf.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.