Stille
Die Betrachtung der Natur führt uns zur Stille.
So könnte folgende Äußerung des griechischen Philosophen Epikur verstanden werden. In einem Brief begründet er, warum er seine naturphilosophischen Auffassungen für seine Schüler in einem Grundriss zusammenfasst:
„Da nun dieses Verfahren [einen zusammenfassenden Überblick zu geben] für alle, die sich mit der Naturwissenschaft vertraut gemacht haben, von Nutzen ist, so habe ich, mahnend zu ununterbrochener Tätigkeit in der Naturwissenschaft und in einem solchen Leben vor allem die Stille findend, namentlich einen derartigen Auszug und elementaren Grundriss meiner gesamten Lehren geschrieben.“
Beschäftigen wir uns mit den vielfältigen Erscheinungen der Natur, dem rhythmischen Wechsel von Entstehen, Wachsen, Blüte und Vergehen, dem ewigen Kreislauf der Jahreszeiten, der endlosen Weite des Himmels und den Bewegungen der Himmelskörper, so gewinnen wir Abstand von unseren Alltagssorgen. Im Vergleich zu der Erhabenheit der Naturerscheinungen kommen sie uns klein und unbedeutend vor. Wir werden demütig und dankbar für das, was wir haben und sind. Das hat eine beruhigende Wirkung auf unseren Seelenzustand. Die Seelenruhe, die dadurch eintritt, ist die Stille, die sich auch – so Epikur – beim Studium der Naturwissenschaft einstellt.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.