Seneca
Ohne Philosophie kann niemand sorgenfrei leben.
Die Worte der Weisheit der kommenden Tage sollen einem der bedeutendsten und fruchtbarsten Vermittler von Lebensweisheit gewidmet sein: dem Römer Seneca. Wie kein anderer betonte er die praktische Aufgabe der Philosophie: Sie lehre, gut zu leben. Aufgrund seiner intensiven und beständigen Studien der Philosophie war Seneca prädestiniert dafür, ihre Erkenntnisse in lebbare Lehren zu fassen. Er hatte zudem ausreichend Gelegenheit, sie in seinem eigenen bewegten Leben zu prüfen und zu bewähren. Alle Höhen und Tiefen des Lebens durchlebte er gleich mehrfach. Er wusste also, wovon er sprach, als er schrieb:
„Die Philosophie ist keine handwerksmäßige Kunstfertigkeit und bietet nichts zur Schaustellung Geeignetes. Ihr Wesen liegt nicht im Wort, sondern in der Handlung. Sie dient nicht dazu, einen Tag in angenehmer Unterhaltung hinzubringen und die Qual der Langenweile loszuwerden: sie formt und bildet den Geist, ordnet das Leben, regelt unsere Handlungen, zeigt uns, was zu tun und zu lassen ist, sitzt am Steuerruder und lenkt das Schiff durch die Fährnisse des Wogenschwalles. Ohne sie kann niemand ohne zu zagen, ohne Sorge leben. Jede Stunde bringt Unzähliges, was Rat erfordert, der nur von ihr geholt werden kann.“
Mit „Fährnisse des Wogenschwalles“ sind die Schicksalsschläge, Hemmnisse und Widrigkeiten in der Welt und im alltäglichen Leben gemeint, die uns immer wieder Kummer und Sorgen bereiten und die es durch praktische Philosophie bzw. durch eine weise Lebensführung zu überwinden gilt. „Jede Stunde bringt Unzähliges“ drückt aus, für wie relevant er die Philosophie hielt. Sie war ihm weit mehr als ein Studienfach, sie war ihm eine Lebensform, die sich an jedem Tag und in jeder Stunde vielfach bewährt.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.