Seneca
Bei der Kindererziehung ist die Persönlichkeit dessen, der das Kind erzieht, das Wichtigste.
Seneca, der Lehrer der Weisheit, wusste sehr genau, dass die Prägungen, die ein Kind in den ersten Jahren seines Lebens erhält, von ganz entscheidender Bedeutung für seine weitere Entwicklung sind. Diese Prägungen gehen weniger von den Regeln und Vorschriften aus, die die Eltern (oder die Erziehungsperson) aufstellen, als von ihrer Persönlichkeit und dem lebendigen Vorbild, das sie in all ihren Äußerungen und ihrem Tun und Denken dem Kind vorleben:
„Von großer Wichtigkeit ist es, dass man den Kindern freundliche Lehrer und Aufseher gibt. Alles, was noch in zarter Jugend steht, schließt sich eng an das Nächste an und nimmt es sich in seiner eigenen Entwicklung zum Vorbild.“
Was Seneca beschreibt nennt man heute die unbewusste Übernahme von Selbstanteilen der Bezugsperson. Dass Seneca selbst bei seinem Zögling, dem Kaiser Nero, keinen dauerhaften Erfolg hatte – er entwickelte sich später zu einem grausamen Tyrannen –, liegt unter anderem daran, dass dieser bereits 11 Jahre alt war, als Seneca mit seiner Unterrichtung betraut wurde. Wesentliche Prägungen erhält ein Kind aber in der pränatalen Phase, in den ersten Lebensjahren und in der frühen Kindheit. Was da gepflanzt wird, kann später allenfalls noch umgeformt, selten aber gänzlich überwunden werden. Was für die Kinder gilt, trifft in abgewandelter Form auch für Erwachsene zu: In Lebensfragen lernen wir leichter mit Hilfe eines Vorbilds, sei es eine lebende oder historische, schon verstorbene Person.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.