Menzius
Ein entschlossener Mensch vergißt nie, daß er eines Tages in einem Graben oder Tümpel enden kann, ein mutiger Mensch vergißt nie, daß er eines Tages um den Kopf kommen kann.
Wir finden in diesem Ausspruch des Menzius die stoische Weisheit der sog. „praemeditatio malorum“ wieder, das Vorausbedenken eines ungünstigen Ereignisses oder Geschehensverlaufs. Die Stoiker, die das Ideal der „Unerschütterlichkeit des Weisen“ verkündeten (modern: größtmögliche Resilienz), waren der Meinung, um die erstrebte Seelenruhe zu erlangen (innere Ausgeglichenheit), die für sie Ausdruck einer glücklichen Seelenverfassung war, müsse man mental auf alles vorbereitet sein. Denn etwas, auf dessen Eintritt man sich innerlich vorbereitet hat, trifft die Seele weniger hart. Man bleibt gelassen und hat die Kraft, auch Unerwünschtes zu ertragen und besonnen zu reagieren, ohne seine Mitte zu verlieren. Der Ausspruch des Menzius scheint dasselbe im Auge zu haben. Innerlich auf Unerwünschtes vorbereitet zu sein, ist kein Pessimismus, sondern Realismus und Weisheit.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.