Lebenskunst
Leben zu lernen, dazu gehört das ganze Leben.
Zu dieser Feststellung kommt Seneca. Von der „Lebenskunst“ sagt er:
„ [...] aber Leben zu lernen, dazu gehört das ganze Leben., und, was du vielleicht noch wunderbarer finden wirst, sein Leben lang muss man sterben lernen. Viele hervorragende Männer haben unter Beseitigung aller Hindernisse und unter Verzicht auf Reichtum, Amtstätigkeit und Vergnügungen bis in das höchste Alter all ihr Bemühen einzig darauf gerichtet, leben zu lernen. Doch ist die Mehrzahl derselben mit dem Geständnis aus dem Leben geschieden, noch hätten sie es nicht zu dieser Kenntnis gebracht.“
Wie die Weisheit und die Philosophie (wörtlich: „Streben nach/Liebe zur Weisheit“) so ist auch die Lebenskunst, wo sie für das „gute Leben“ steht, nicht etwas, das wir haben oder nicht haben. Wir müssen es vielmehr ein Leben lang lernen, üben, entwickeln und praktizieren, wenn unser Leben gelingen soll. Vielleicht ist es die zitierte Stelle, die dem 7. Kapitel aus Senecas Buch Von der Kürze des Lebens entnommen ist, die in Spruchsammlungen häufig etwas anders, nämlich wie folgt wiedergegeben wird: „Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.“ Interessant schließlich ist seine Behauptung, zum guten Leben gehört insbesondere auch, gut sterben zu lernen, d. h. den eigenen Tod zu akzeptieren und die natürliche Angst vor ihm und vor dem Sterben zu überwinden.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.