Lebenskunst
Der Weise lehnt weder das Leben ab noch fürchtet er das Nichtleben.
Der Ausspruch stammt von Epikur. Der erste Teil des Satzes richtet sich gegen eine pessimistische Lebensauffassung, die den Tod dem Leben vorzieht. Im antiken Griechenland wurde sie vereinzelt vertreten, während die Griechen im Allgemeinen sinnenfrohe Menschen waren. Der zweite Teil zielt auf eine der Hauptthesen der epikureischen Philosophie, wonach die Voraussetzung für ein gelingendes Leben vor allem darin gesehen wurde, die Angst vor dem Tod und der Vergänglichkeit zu überwinden. Weiter heißt es im Text:
„ […] Denn weder belästigt ihn [den Weisen] das Leben, noch meint er, dass Nichtleben sei ein Übel. Wie er bei der Speise nicht einfach die größte Menge vorzieht, sondern das Wohlschmeckendste, so wird er auch nicht eine möglichst lange, sondern eine möglichst angenehme Zeit zu genießen trachten. Wer aber dazu mahnt, der Jüngling solle edel leben und der Greis edel sterben, der ist töricht […] weil die Sorge für ein edles Leben und diejenigen für einen edlen Tod eine und dieselbe ist.“
Für „edel“ (tugendhaft) können wir auch sagen „weise“. Die Angst vor Tod, Sterben und Vergänglichkeit zu überwinden, ist einer der Schlüssel für eine gelingende Lebensführung.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.