Kultur
Kommen Klugheit und Gewandtheit auf, gibt es große Heuchelei.
Der Ausspruch stammt aus dem Taoteking (Daodejing) des Laotse.
Wie Konfuzius so beklagte auch Laotse den Verfall von Werten und festen inneren Haltungen, die ein gelungenes gesellschaftliches Miteinander ermöglichen. An ihre Stelle waren eine berechnende Klugheit und egoistisches Taktieren getreten, das der einseitigen Durchsetzung selbstsüchtiger Interessen zum Nachteil der Gemeinschaft dienten. Was gut ist, fühlten die Menschen nicht mehr in ihrem Innern, so dass sie nur durch Gesetze, durch die Androhung von Strafen, gesellschaftliche Ächtung und durch Moralvorschriften zum richtigen Verhalten genötigt werden mussten. Für Laotse war dies der Anfang vom Ende. Die Menschen halten sich an die Vorschriften nicht, weil sie von ihrer Richtigkeit überzeugt sind, sondern aus Angst vor Strafe. Das nennt Laotse „Heuchelei“. Wie in Griechenland wurde eine Zeit, in der tragfähige Gemeinschaftswerte durch eine maßlose, selbstbezogene Klugheit unterhöhlt wurden, zur Geburtsstunde philosophischer Weisheitslehren, die Wege suchten, wie Menschen glücklich zusammenleben können. Dabei kamen den inneren Haltungen und der inneren Überzeugung eine entscheidende Bedeutung zu.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.