Kultur
Ich vermisse nicht die Wände der Bibliothek, aber die Wohnung im Geiste.
Der Ausspruch stammt von dem römischen Philosophen Boethius, mit dessen Schrift Trost der Philosophie man gewöhnlich die antike Philosophie enden lässt (5./6. Jh. n. Chr). In diesem langen Dialog zwischen dem Autor und der personifizierten „Philosophie“, den er im Gefängnis schrieb, während er auf seine Hinrichtung wartete, heißt es:
„ … und ich vermisse nicht … die Wände der Bibliothek als vielmehr die Wohnung in deinem [der Philosophie] Geiste, in der ich nicht Bücher, sondern das, was den Büchern erst Wert gibt: die Lehren meiner Bücher, einst aufstellte.“
Nicht das bloße Lesen von Büchern ist wichtig, sondern dass wir daraus etwas lernen und es verinnerlichen, indem wir es zu einem lebendigen Teil unserer selbst machen, der präsent ist und unser Denken, Wollen, Fühlen und Handeln prägt und bestimmt. Gute Lektüre soll unsere geistig-seelischen Kräfte nähren und wachsen lassen. Dann wohnen wir „im Geist der Philosophie“.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.