Kairos - Der rechte Augenblick
Der Einzelne muss jeweils selbst entscheiden, was den Erfordernissen der Zeit entspricht.
Bei Aristoteles lesen wir zu der Frage, wie wir mit Weisheitsregeln umzugehen haben, Folgendes:
„Das aber möge im voraus als zugestanden gelten, dass jede Weisheitslehre nur allgemeine Umrisse liefern und nichts mit unbedingter Bestimmtheit vortragen darf. … Was aber dem Bereiche des weisen Handelns und des im Leben Nützlichen angehört, hat nichts an sich, was ein für allemal feststünde, so wenig als das Gesunde. Und wenn das schon für die allgemeinen Regeln gilt, so lässt das Einzelne und Konkrete noch weniger genaue und absolut gültige Vorschriften zu … Hier muss vielmehr der Handelnde selbst wissen, was den Erfordernissen des Augenblicks entspricht … Aber trotz dieses Charakters unserer Disziplin müssen wir sehen, wie zu helfen ist.“
Wir „helfen“ uns dadurch, dass wir die überlieferten Weisheiten besser verstehen lernen, mithin ihre Wahrheit erkennen, einsehen, dass es so ist, warum es so ist, wie sie wirken und warum ihre Befolgung uns so guttut. Die dabei zutage tretenden Grundsätze und Leitgedanken können uns dabei helfen, in der jeweiligen Situation „den Erfordernissen des Augenblicks zu entsprechen“, d. h. das Richtige zu tun, zu denken, zu sagen und zu wollen.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.