Gesundheit
Gesund sein an Leib und Seele.
So lautet einer der überlieferten Sinnsprüche des Kleobulos von Lindos, einer der Sieben Weisen, mit denen im Griechenland des 7./6. Jh. v. Chr. das Weisheitsdenken einen bedeutsamen Entwicklungsschritt machte. Den Ausspruch können wir als Aufforderung verstehen: „Sei gut zu deinem Körper und deiner Seele! Sorge für deren Gesundheit!“ In dieser Bedeutung ist die Weisheit des Kleobulos noch heute aktuell, denn wir kümmern uns viel um unsere körperliche Gesundheit, aber sehr wenig um die seelische, wenn wir – wie dies die alten Griechen taten – negative Affekte wie Ängste, Sorgen, Zorn, Wut, Neid, Eifersucht, Gier, Dauerstress, innere Unruhe etc. als seelische Krankheiten ansehen.
Interessant ist, dass Gesundheit schon sehr früh nicht nur körperlich verstanden wurde, sondern auf eine körperlich-seelische Ganzheit bezogen wurde. Für die alten Griechen war Gesundheit die Ausgeglichenheit und Balance der körperlich-seelischen Kräfte und Säfte. Für den Körper galt die Viersäftelehre (Humoralpathologie), deren Ursprünge vermutlich bis ins Alte Ägypten zurückreichen. Platon übertrug sie auf die innerseelischen Kräfte. Danach galt eine Seele als gesund – und damit zugleich gut, gerecht, schön und glücklich –, wenn sie innerlich ausgeglichen war, frei von größeren Konflikten und unverarbeiteten negativen Prägungen, und ihre Kräfte harmonisch zusammenwirkten.
___________________________________________________________________________
Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.