Gesundheit
Den weisen Menschen macht selbst die Krankheit stark.
Auf eine merkwürdige Stelle stoßen wir in einem ägyptischen Text, dem sog. Papyros Insinger, der um etwa 300 v. Chr. niedergeschrieben wurde. Dort heißt es:
„Das Leben des Toren, der nur an seinen Bauch denkt, führt zum gewaltsamen Tode. Wenngleich die Krankheit eines weisen und gottesfürchtigen Menschen sich dem Tode nähert, wird der, den sie befallen hat, wieder stark.“
Der erste Teil des Zitats macht keine Schwierigkeiten. Er gibt eine Weisheit wieder, die in der Antike in West und Ost weit verbreitet war und die auch heute noch gültig ist: Danach sind wir häufig selbst verantwortlich für einen vorzeitigen Tod durch Krankheit, etwa weil wir uns bei unseren leiblichen Gelüsten nicht beherrschen können und unseren Begierden ungezügelt freien Lauf lassen und weil wir, wie es der japanische Universalgelehrte Kaibara Ekiken nannte, die „Regeln der Lebenspflege“ missachten. Der zweite Teil bleibt auch unter Zuhilfenahme anderer Übersetzungen unklar. Meint der Autor, dass Weisheit dabei hilft, eine Krankheit zu überstehen, also dass weises Denken und Verhalten den Heilungsprozess fördert? Oder dass sie hilft, die Krankheit tapfer zu ertragen, selbst wenn sie zum Tode führen sollte? Das würde zu einem geflügelten Ausspruch aus dem antiken Griechenland passen, wonach zwar auch ein weiser Mensch krank werde, aber verstehe, die Krankheit mit Gleichmut zu erdulden.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.