Weisheiten des Liezi
Wer über Armut und Misserfolg murrt, kennt die Zeit nicht. Im Tode nicht zagen, unter Misserfolg nicht trauern: das heißt das Schicksal kennen und sich der Zeit fügen.
In allen antiken Weisheitslehren in Orient und Okzident geht es um die Frage, wie der Mensch Seelenruhe erlangen, d. h. mit einer Grundstimmung heiterer Gelassenheit glücklich durchs Leben gehen kann. Eine häufig anzutreffende Antwort findet sich in dem einleitenden Zitat von Liezi. Danach geht es insbesondere darum, das gelassen hinzunehmen, was das launige Schicksal bringt und was man nicht ändern kann. Dazu ist es erforderlich, dass man sich ohne zu „murren“ und ohne zu „zagen“, aber auch ohne Selbstaufgabe geschmeidig einfügt in den wechselhaften Gang der Dinge. Der Mensch gleiche dem Wasser, das den Berg hinunterfließt. Durch seine Weichheit und Anpassungsfähigkeit kommt es immer ans Ziel. So kann auch der Mensch mit einer guten Philosophie selbst unter schwierigen Umständen sein Ziel erreichen, indem er lernt, in allem etwas Gutes zu sehen oder das Geschehene tapfer und zuversichtlich zu ertragen. Sein oberstes Ziel aber ist es, ein glückliches Leben zu führen. Das Zitat erinnert an die berühmten Verse aus dem dritten Buch Kohelet des Alten Testaments: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit […].“
____________________________________________________
Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.