Weisheiten des Liezi
Ich folgte dem Wind nach Osten und Westen wie ein Baumblatt.
In den folgenden Sätzen beschreibt Liezi einen Zustand, der an die Erleuchtung, das spirituelle „Erwachen“, an den Endzustand yogischer Meditation (samadhi) erinnert: das „Zurruhekommen der geistig-seelischen Vorgänge“ (Patañjali). Hier wird ein Bewusstseinszustand erreicht, bei dem das „Ego“ mit seinen Vorstellungen, Absichten und vielfältigen Weltbezügen überschritten wird. Statt eines Ichgefühls erlebt man das Einsseins mit allem. Das altindische Sanskrit-Wort „yoga“ bezeichnet u. a. dieses Einheitsgefühl. Im Bewusstsein herrscht reines Gewahrsein, sonst nichts. Dann wird das Leben leicht wie eine Feder, die vom Wind getragen wird.
„Liä Dsi sprach: […] Nach neun Jahren, da machte ich einen Strich durch die Gedanken meines Herzens und die Worte meines Mundes. Ich wusste nicht mehr, ob es sich um mein Recht und Unrecht, um meinen Vorteil und Nachteil handle oder um die von andern. Noch wusste ich mehr, dass der Meister mein Lehrer war, oder jener andere mein Freund. Der Unterschied von Ich und Nicht-Ich war zu Ende. Danach hörten auch die Unterschiede der fünf Sinne auf, alle wurden sie einander gleich. Da verdichteten sich die Gedanken, der Leib ward frei, Fleisch und Bein lösten sich auf, ich hatte keine Empfindung mehr davon, worauf der Leib sich stützte, wohin der Fuß trat: ich folgte dem Wind nach Osten und Westen wie ein Baumblatt oder trockene Spreu, und wirklich weiß ich nicht, ob der Wind mich trieb oder ich den Wind.“
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.