Vita activa
In der indischen Bhagavadgita lesen wir:
„Entsagung zwar und Tätigkeit,
Sie führen beide wohl zum Heil,
Doch wird vor dem Entsagenden
Dem Tätigen der Preis zuteil.“
Die Bhagavadgita, der „Gesang des Erhabenen“, ist zwischen dem 5. und 2. vorchristlichen Jahrhundert entstanden und vereinigt bedeutende Gedanken der altindischen Philosophie. So wird nicht nur der yogische Einsiedler gelobt, sondern auch der Tatmensch. In dem Zitat wird dem letzteren sogar der Vorrang eingeräumt. Wir greifen daher zu kurz, wenn wir bei der indischen Philosophie nur an Weltabgewandtheit, Versenkung und Entsagung denken. Vielleicht lernen wir am meisten von den alten Indern, wenn wir sie so verstehen, dass zum Leben beides gehört. Ohne Rückzug und Insichgehen verlieren wir unsere Mitte aus den Augen – ohne Tätigkeit in der Welt kommen unsere inneren Bedürfnisse nicht zur Entfaltung und werden wir unserer Natur als soziales Wesen nicht gerecht. Schließlich mangelt es an Selbstwirksamkeitserfahrung, die für ein gelingendes Leben unabdingbar ist.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.