Vita activa
Wenn nicht der richtige Zeitpunkt da war, trieben die Weisen des Altertums ihre Wurzeln tiefer.
Bei Zhuangzi lesen wir:
„Wenn daher ein Berufener (Weiser) sich auch nicht zurückzieht in die Bergwälder, ist sein LEBEN doch verborgen … Wenn sie (die Weisen des Altertums) nicht die rechte Zeit und Umstände trafen, so war ihr Wirken auf Erden vollständig unmöglich. So trieben sie ihre Wurzeln tiefer, waren vollkommen still und warteten. Das war der Weg, sich selbst zu bewahren.“
„LEBEN“ (chinesisch „De“) wird auch häufig mit Tugend oder Lebenskraft übersetzt. Der erste Satz besagt daher, dass der Weise, der wie jeder andere in der Gesellschaft lebt und wirkt, seine Kraft und sein eigentliches Sein vor allem in sich selbst trägt und nicht notwendig auffällt und erkannt wird. Die darauffolgende Passage drückt einen Gedanken aus, den wir im altchinesischen Denken aber auch anderswo finden, wonach es Zeiten gibt, die für ein politisches oder gesellschaftliches Wirken nicht geeignet sind. In diesen Zeiten beschränkt sich der Weise darauf, sein Selbst und seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln und sein Wissen zu vertiefen. Auch in unserem alltäglichen Leben gibt es nicht selten Situationen, in denen wir besser duldsam abwarten, wie sich etwas entwickelt, und unsere Kräfte aufsparen für den Moment, wo unser Eingreifen tatsächlich etwas bewirken kann.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.