Umgang mit Tod und Sterben
Den schau an und trink und sei fröhlich! Wenn du tot bist, wirst du, was er ist.
Von den alten Ägyptern hat uns der griechische Geschichtsschreiber Herodot einen bemerkenswerten Brauch überliefert. Wenn ein Reicher ein Gastmahl abhielt, trug ein Mann im Anschluss an das Essen das Bild einer Leiche herum, die in einem Sarg liegt.
„Er hält es jedem Zechgenossen vor”, berichtet Herodot, „und sagt: Den schau an und trink und sei fröhlich! Wenn du tot bist, wirst du, was er ist.”
Ob die Ägypter diesen Brauch von ihrer Vorgängerkultur aus Mesopotamien hatten, bei denen wir eine ähnliche Äußerung im Gilgamesch-Epos fanden? Oder zeigt sich hier erneut, dass Lebensweisheit universell und unvergänglich ist? Der Sinn beider Zitate ist derselbe: Ein verinnerlichtes Bewusstsein von Tod und Vergänglichkeit kann die Wertschätzung des Augenblicks erhöhen. Die Freuden des Lebens werden kostbarer, wenn wir wissen, dass sie vergänglich sind und dass uns nicht ewig Zeit bleibt, sie zu genießen, wie sich Epikur ausdrückte.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.