Selbstsein
Das Grundgesetz des Menschen ist seine Natur.
Das schreibt der Philosophenkaiser Marc Aurel:
„Siehst du nicht, wie die Handwerker sich zwar bis zu einem gewissen Grade den Wünschen der Laien anpassen, aber doch an dem Gesetz ihrer Kunst festhalten und davon unter keinen Umständen abweichen? Ist es da nicht arg, wenn der Baumeister und der Arzt das Gesetz ihrer Kunst heiliger halten als der Mensch das Grundgesetz seiner Natur […]?“
Selbstsein bedeutet, seiner wahren Natur nachzukommen und ihr gerecht zu werden. Wo wir von ihr abweichen, da gehen wir fehl. Wo wir fehlgehen, da verlieren wir unsere Mitte. Wo wir unsere Mitte verlieren, da sind wir nicht wir selbst. Wo wir nicht wir selbst sind, da fühlen wir uns nicht mehr wohl in unserer Haut und leiden an innerer Entfremdung. Der bedeutende englische Historiker George Grote verweist auf diese Stelle als eine Parallele zu der Auffassung des Sokrates, dass Selbstsein, Selbstsorge und Lebensweisheit neben dem Wissen insbesondere auch Könnerschaft und Übung voraussetzen. Das belegt der Vergleich mit dem Handwerk. Das bloße Wissen, wer wir sind, was uns als einmaliges Individuum auszeichnet, was unsere tiefsten Bedürfnisse sind, ist das eine; etwas anderes aber ist es, dieses Wissen gegen widrige Umstände, die Erwartungen der anderen und unsere eigenen leeren Ambitionen und selbstschädigenden Wünsche und Vorstellungen durchzusetzen und zu leben.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.