Seelenteilenlehre
Das ist zu viel für mich, dass meine Seele mit mir nicht übereinstimmt.
In einem ägyptischen Papyros, der um 2000 v. Chr. entstanden sein dürfte und den merkwürdigen Titel trägt „Streit eines Lebensmüden mit seiner Seele“, heißt es:
„Da öffnete ich meinen Mund zu meiner Seele, damit ich ihr Antwort gäbe auf das, was sie gesagt hatte. Das ist zu viel für mich, dass meine Seele mit mir nicht übereinstimmt. Das geht ja über jedes Maß hinaus! Es heißt mich im Stich lassen. Meine Seele soll nicht fortgehen, sie soll mir beistehen [...]. Wenn meine Seele auf mich, den Sündelosen, hört, und wenn mein Herz mit mir einig ist, so wird sie selig sein.“
Aus diesem alten Schriftstück wird deutlich, dass der Mensch schon früh ein Bewusstsein davon hatte, dass er zwar eine geistig-seelische Einheit darstellt, zugleich aber in sich vielfältig ist und konträre Elemente und Seelenkräfte besitzt, die sich gegenseitig behindern und bekämpfen können. Damit lösen sie einen leidvollen Zwiespalt im Menschen aus und stellen ihn vor die Aufgabe, diese widerstreitenden Seelenteile untereinander zu befrieden und zur Klarheit und inneren Ausgeglichenheit zu gelangen. Andernfalls läuft man Gefahr, sich in entfremdeten Lebensverhältnissen zu verlieren (die Seele „lässt mich im Stich“, „geht fort“). Glücklich dagegen ist der Mensch („selig“), wenn sein Inneres in sich ausgeglichen ist und seine Lebensweise mit ihm übereinstimmt.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.