Gerechtigkeit
Was wäre mehr vonnöten, als jedem Menschen das ihm Zukommende zu gewähren?
Für den römischen Philosophen Seneca stellte die Gerechtigkeit – nach Platon jedem das ihm Zukommende zu gewähren – den ersten Teil der praktischen Philosophie dar:
„Sie (die praktische Philosophie) zerfällt auch ihrerseits in drei Teile. Der erste beschäftigt sich mit der Aufgabe, einem jeden das ihm Zukommende zuteil werden zu lassen und den Wert eines jeden Dinges abzuschätzen, ein sehr nützliches Kapitel; denn was wäre mehr vonnöten als diese Wertbestimmungen?“
Seneca bezieht die Gerechtigkeit nicht nur darauf, dem Menschen verständnisvoll, angemessen und gerecht zu begegnen, sondern auch darauf, den richtigen Wert einzuschätzen, den eine Sache für uns Menschen hat. Das ist von größter Wichtigkeit, denn aus den Werten, die wir den verschiedenen Gütern, Zielen und Wünschen geben, folgt unser Handeln und unsere Ausrichtung im Leben, unsere Haltungen. Diese wiederum bestimmen maßgeblich, ob wir uns in unserer Haut wohl fühlen oder nicht.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.