Gegensätze
Das Dao/Tao vermag die Gegensätze in sich zu vereinen.
Das ist der Sinn folgender Stelle bei dem chinesischen Philosophen Liezi:
„[…] der Geschöpfe Funktion ist, ihrer Art zu entsprechen […]
Was durch das Zeugen erzeugt wird, ist der Tod;
aber das, wodurch das Zeugen zum Zeugen wird, ist noch nie zu Ende gekommen […]
Das alles [Sinneseindrücke] sind die Wirkungen des Nichtseienden.
Es vermag in sich die Gegensätze zu vereinen […].“
Hier wird das Dao/Tao, der Urgrund von allem, das kosmische Prinzip, die Wurzel allen Lebens, als das „Nichtseiende“ bezeichnet, denn es ist kein Ding der Welt. Es hat weder Anfang noch Ende, weder Grenzen noch Bestimmtheit, weder Substanz noch Namen, bewirkt aber alles. Es existiert vor allem Seienden, den Dingen und der Welt. In ihm sind die Gegensätze von Yin und Yang noch vereint. Diese metaphysische Anschauung, die hier nicht näher erläutert werden kann, findet sich im Denken über das Sein und den Ursprung immer wieder in der Geschichte der Philosophie in West und Ost in verschiedenen Ausgestaltungen. Es ist nicht einfach, die Bedeutung dieses Gedankens für die praktische Philosophie zu erfassen. Nur so viel sei dazu angemerkt: die vertiefte Einsicht, dass die Gegensätze in der Welt sich gegenseitig bedingen und zusammengehören, fördert Gelassenheit und Duldsamkeit gegenüber den Widrigkeiten des Lebens.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.