Besonnenheit
Unwissenheit und Mangel an Selbstbeherrschung sind die Ursachen für ein unbesonnenes Leben.
Das war die Auffassung Platons und zahlreicher Philosophen im alten Griechenland und anderswo. Platon schreibt:
„Denn wenn der große Haufe als Ganzes, der Besonnenheit bar, in den Tag hineinlebt, so liegt der Grund dafür entweder in seiner Unwissenheit oder in dem Mangel an Selbstbeherrschung oder in beidem.“
Unbekümmert in den Tag hineinleben kann etwas sehr Schönes sein, wenn es aus der eigenen Mitte kommt, es in Wachheit und Klarheit erfolgt und sich stets der Folgen des eigenen Handelns bewusst bleibt. Ein solches Leben wollte Platon wohl nicht kritisieren. Er meinte vielmehr das gedanken- und rücksichtslose, das ungezügelte, ungeordnete und ungesteuerte Ausleben der Begierden, Affekte und Emotionen. Wer so lebt, weiß nicht, wie man glücklich und erfüllt lebt („Unwissenheit“) und führt kein selbstbestimmtes Leben. Er ist Sklave seiner unstillbaren und untereinander streitenden Begierden und Seelenkräfte. Er ist in sich zerrissen. Er vermag nicht, die inneren Widersprüche, mit denen jeder Mensch geboren wird, auszugleichen, zu befrieden oder doch auszuhalten, „die Seelenteile miteinander zu befreunden“, wie Platon sich ausdrückt.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.