Aristoteles
„[…] allgemein ist das vollkommene Ziel [des Menschen] dasjenige, was stets nur an sich und niemals um eines anderen willen gesucht wird. Dieses dürfte in erster Linie das glückliche Leben sein. Denn dieses suchen wir stets wegen seiner selbst und niemals wegen eines anderen […].“
Das sind Worte des Aristoteles aus seiner berühmten Nikomachischen Ethik. Weiter heißt es dort:
„Dasselbe scheint sich aus dem Prinzip der Selbstgenügsamkeit [ gr. autarkeia] zu ergeben. Denn das vollkommen Gute scheint selbstgenügsam zu sein [es braucht nichts anderes]. Wir verstehen diese Selbstgenügsamkeit nicht einfach für den einzelnen, der für sich allein lebt, sondern auch für seine Eltern, Kinder, Frau und überhaupt seine Freunde und Mitbürger, da ja der Mensch seiner Natur nach in der Gemeinschaft lebt. […] So scheint also die Glückseligkeit das vollkommene […] Gut zu sein und das Endziel des Handelns.“
Wie nahezu alle Ethiken und Weisheitslehren der Antike in Ost und West war auch die Ethik des Aristoteles eine Glückslehre. Die Frage, wie der Mensch leben soll, war gleichbedeutend mit der Frage, was seine letzte Bestimmung ist („das vollkommene Ziel“). Man war allgemein der Meinung, dass diese letzte Bestimmung das glückliche Leben sei. Aristoteles ergänzt, dass der Mensch dieses Ziel nie allein für sich erreichen kann, sondern nur in der Gemeinschaft, d. h. in einem harmonischen, liebe- und verständnisvollen Zusammenleben mit anderen. Der Mensch ist nach Aristoteles ein „zoon politikon“, ein gemeinschaftsbildendes und auf die Gemeinschaft angewiesenes Lebewesen.
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