Dr. Albert Kitzler

Albert Kitzler


Geboren 1955 in Oberwesel, aufgewachsen am Niederrhein

1974 - 1980
Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft
in Freiburg i.Br.
Abschluss des Jurastudiums als Jahrgangsbester

1980 - 1984
Stipendiat der Studienstiftung
des Deutschen Volkes
Rechtsphilosophische Promotion
Wiss. Mitarbeiter am Husserl-Archiv

1984 - 1988
Anwalt in Freiburg
Einjährige Studienreise durch Südamerika

1989 - 2000
Filmproduzent und Regisseur in Berlin
Produktion von 20 Filmen, darunter zahlreiche int. Kinofilme
Die Filme erhielten mehr als 100 Auszeichnungen
Oscar für den Kurzfilm „Schwarzfahrer“ von Pepe Danquart (1994)

ab 2001
Medienanwalt und Filmproduzent in Berlin
Tätigkeit für eine der weltweit größten Anwaltskanzleien
Beratung internationaler Großkonzerne im Medienbereich
Umfangreiche Studien zur antiken Lebensweisheit
Gründung der Schule MASS UND MITTE (2010)

2014
Im April erschien im Pattloch-Verlag sein Buch "Wie lebe ich ein gutes Leben? Philosophie für Praktiker". Es stellt die Essenz des antiken Weisheitswissens in West und Ost dar und zeigt seine ungebrochene Relevanz für den heutigen Menschen auf.

2015
Im September erschien im Pattloch-Verlag sein Buch "Philosophie to go. Große Gedanken für kleine Pausen". 182 Lebensweisheiten der bedeutendsten Denker der Antike werden in ihrer ungebrochenen Aktualität erläutert und kommentiert.

2016
Im Herbst erschien im Droemer-Verlag sein Buch "Denken heilt! Philosophie für ein gesundes Leben". Das Buch stellt das antike Weisheitswissen in West und Ost als präventive Gesundheitsvorsorge dar. Ein glückliches und erfülltes Leben war den Alten die Folge eines gesunden Seelenlebens.

2017
Im Oktober erschien bei Herder sein Buch "Leben lernen - ein Leben lang". Das Buch macht die praktische Philosophie Senecas für unser heutiges alltägliches Leben nutzbar und belegt ihre erstaunliche Aktualität und Lebbarkeit.

 

Aus der Presse:

General-Anzeiger ‭Interview 20.09.2014.pdf General-Anzeiger ‭Interview 20.09.2014.pdf

Vita-Einfach leben Interview Ausgabe 20.2014.pdf Vita-Einfach leben Interview Ausgabe 20.2014.pdf

Nuernberger Nachrichten Interview 14.10.2104.pdf Nuernberger Nachrichten Interview 14.10.2104.pdf

WOMAN Interview 02.01.2015.pdf WOMAN Interview 02.01.2015.pdf

Focus_Spezial_2015_kl.jpg Focus_Spezial_2015_kl.jpg

Berliner Morgenpost_Beilage_2_Aug_2016.pdf Berliner Morgenpost_Beilage_2_Aug_2016.pdf

Stern Gesund leben Interview.pdf Stern Gesund leben Interview.pdf

Artikel_Lebenskunst_Psychologie Heute_April 2017-k.pdf Artikel_Lebenskunst_Psychologie Heute_April 2017-k.pdf

Die Landwirtschaft ist der Weisheit blutsverwandt_Vortrag 14.03.2017.pdf Die Landwirtschaft ist der Weisheit blutsverwandt_Vortrag 14.03.2017.pdf

Die Angst vor dem Fremden_Impulsvortrag 15.03.2017.pdf Die Angst vor dem Fremden_Impulsvortrag 15.03.2017.pdf

Radio-Interview in Deutschlandfunk Kultur "Im Gespräch" vom 31. März 2018:

Heilmittel Philosophie. Wie kann ein gutes Leben gelingen?

Zum Nachhören hier.

Radio-Interview in WDR 2 "Sonntagsfragen" vom 04. Februar 2018:

Vom glücklichen Leben.

Zum Nachhören hier.

Interviews SWR2 Tandem vom 12.05.2017 und auf WDR 5 "Redezeit" (Audio):

SWR2 Tandem: Denken heilt! Antike Philosophen in Orient und Okzident

http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/redezeit/albertkitzler100.html

"SINNvoll Führen und Arbeiten: Trends der Deloitte HR-Studie 2017 und was sie für Führungskräfte bedeuten"
(Webinar für Führungskräfte vom 26.04.2017):

https://vimeo.com/214863823

Biographische Skizze

Ich wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Meine Mutter war Bäuerin, später Hausfrau und Mutter von drei Söhnen, mein Vater Schiffsmaschinist aus Danzig, mit 20 in den Krieg gezogen, mit 28 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, die Heimat verloren. Ich war noch nicht ein Jahr alt, als meine Eltern aus einem kleinen Dorf im Hunsrück bei Bacharach nach Homberg am Niederrhein zogen, jetzt ein Stadtteil von Duisburg. Mein Vater hatte eine besser bezahlte Arbeit als Kranführer im Rheinhausener Stahlwerk von Krupp erhalten. Im Alter von zehn Jahren rückte ich kurzzeitig von zu Hause mit dem Ziel aus, auf eine höhere Schule gehen zu dürfen, was ich dann auch erreichte. Die gerade eingeführte Lehrmittelfreiheit erlaubte mir zunächst den Besuch der Realschule, später des Aufbaugymnasiums in Rheinkamp.

Mit 16 Jahren las ich Will Durants Buch „Die großen Denker“, das bei mir die Begeisterung für die Philosophie auslöste. Die antiken Philosophen mochte ich besonders, weil sie sich mit der Frage beschäftigten, die mich am meisten interessierte: Wie führe ich ein glückliches Leben? (Zwanzig Jahre später las ich von Durant die „Kulturgeschichte der Menschheit“ – mehr als 20.000 Seiten. Ich halte dieses Werk für eines der größten literarischen Leistungen auf dem Gebiet der Kulturgeschichte und seine Lektüre für die Bildung eines Menschen von allergrößtem Wert.) Noch zu Schulzeiten versuchte ich mich an Kant, Hegel, Nietzsche und anderen Philosophen mit weiteren Denkanstößen aus der Philosophiegeschichte.

Angeregt durch die Lektüre von Schopenhauer, Hesse und Büchern über den Zen-Buddhismus erwog ich, mich nach dem Abitur für einige Monate an einen stillen Ort zur Meditation und Selbstfindung zurückzuziehen. Unter dem Einfluss der weltzugewandten Lebensanschauung Goethes entschied ich mich gegen einen solchen Rückzug. Die Bewunderung für den „anderen“ Weg tiefer kontemplativ-meditativer Versenkung, wie er vor Jahrtausenden in Asien entwickelt und kultiviert wurde, ist aber bis heute geblieben. Daher rührt mein starkes Interesse an der antiken praktischen Philosophie in Indien und China, die ich gleichwertig neben die abendländische Tradition stelle.

Als ich Philosophie studieren wollte, riet mir ein Freund davon ab, da ich mit Philosophie kein Geld verdienen könne. So begann ich 1974 in Freiburg i.Br. mit einem Jurastudium, nahm aber bereits zwei Semester später Philosophie dazu. Während des Philosophiestudiums beschäftigte ich mich intensiv mit Heidegger am Lehrstuhl seines Nachfolgers Prof. Werner Marx. Dieser leitete das Husserl-Archiv und bot mir eine wissenschaftliche Hilfstätigkeit an. Ein Jahr lang transkribierte ich Texte aus Husserls stenographischem Nachlass für die Gesamtausgabe seiner Werke. Marx, der wie ich Jura und Philosophie studiert hatte und 1933 über Palästina in die USA auswandern musste, bot mir am Ende meines Studiums an, an der Universität zu bleiben und an seinem Lehrstuhl zu arbeiten. Ich lehnte ab, weil mir die akademische Philosophie zu weit weg vom Leben erschien.

Das erste juristische Staatsexamen beendete ich 1980 in Freiburg als Jahrgangsbester. Grund für den Erfolg war aus meiner Sicht meine Lernmethode mit Karteikarten und einem systematischen Prozess der Verinnerlichung des Gelernten. Ihr Ergebnis war, dass ich alles, was ich in dem vierjährigen Studium gelernt hatte, zur Prüfung abrufbereit und präsent hatte. Über diese Lernmethode veröffentlichte ich unter dem Titel „Lernen mit Karteikarten“ einen Beitrag in einer juristischen Fachzeitschrift (Juristische Schulung 1983, 725-730). Aus unerklärlichen Gründen erschien er nicht unter meinem Namen, sondern unter dem meines ältesten Bruders Gerhard Kitzler. Das Prinzip und die Methode der Durchdringung und "Einverleibung" von Lerninhalten, die in diesem Aufsatz dargelegt werden, habe ich später auf die Verinnerlichung von Weisheitswissen übertragen. Denn das größte Problem der praktischen Philosophie sehe ich darin, dass Weisheiten zwar häufig intellektuell eingesehen, aber im praktischen Verhalten nicht umgesetzt werden. Den Grund dafür sehe ich darin, dass sie nicht kontinuierlich eingeübt und dadurch nicht verinnerlicht werden. Es kommt zu keiner Verdichtung von Weisheitswissen zu inneren Lebenshaltungen. Das Ergebnis ist, dass wir immer wieder in alte Verhaltens-, Denk- und Bewertungsmuster zurückfallen. Eine nachhaltige Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit bzw. zu einer Aufarbeitung und Überwindung negativer Prägungen und Einflüsse bleibt aus.

Auf Vermittlung meines Doktorvaters, Prof. Alexander Hollerbach, erhielt ich von der Studienstiftung des Deutschen Volkes ein Promotionsstipendium. 1984 promovierte ich über die „Auslegungslehre des Anton Friedrich Justus Thibaut“. Die Abhandlung erschien als Buch bei Duncker & Humblot in der Reihe Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Noch heute verbinde ich das Ideal wissenschaftlicher Gründlichkeit, Tiefe und sprachlicher Brillianz mit Hollerbach, einer menschlich wie fachlich herausragenden Persönlichkeit. 2013 habe ich den 80-jährigen noch einmal aufgesucht und war sehr glücklich darüber.

1984 absolvierte ich das zweite juristische Staatsexamen und begann eine Tätigkeit als Rechtsanwalt in einer Freiburger Kanzlei.

In den Jahren 1986/1987 unternahm ich eine einjährige Studien- und Selbstfindungsreise durch Südamerika. Sie hatte großen Einfluss auf meinen weiteren Lebensweg. Während dieser Reise entschloss ich mich, meiner zweiten Leidenschaft neben der Philosophie, derjenigen für die Filmkunst, nachzugehen. 1988 zog ich deshalb nach Berlin um. Ein Jahr später produzierte ich meinen ersten Spielfilm, die deutsch-argentinische Koproduktion „Hijo del Rio“ („Der Junge vom Fluss“), Regie Ciro Cappellari. In den folgenden Jahren produzierte ich 20 Filme, die zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhielten. Den größten Erfolg hatte der Kurzfilm „Schwarzfahrer“ von Pepe Danquart, der weltweit dutzende Preise erhielt und im Jahre 1994 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Als Regisseur drehte ich unter dem Künstlernamen Arvo Blechstein drei „philosophische“ Kurzfilme: Stiller Mensch (1989), Schrei der Erde (1994) und Das Verbrechen (2000).

Im Jahre 2000 gab ich die Produzententätigkeit auf und widmete mich wieder verstärkt der Philosophie, die ich auch in der Zeit davor nie aus den Augen verloren hatte. Ich arbeitete in Teilzeit als Rechtsanwalt, um daneben Zeit für das intensive Studium der praktischen Philosophie im antiken Griechenland, China, Indien, Ägypten und Japan zu haben. 2010 gründete ich die philosophische Schule MASS UND MITTE. 2014 erschien mein Buch "Wie lebe ich ein gutes Leben? Philosophie für Praktiker", 2015 "Philosophie to go. Große Gedanken für kleine Pausen" (beide bei Pattloch), 2016 "Denken heilt! Philosophie für ein gesundes Leben" (Droemer) und 2017 "Leben lernen - ein Leben lang" (Herder).